Mein persönlicher Rückblick der Schuljahre 12/13

Das 12. Schuljahr fing mal wieder genauso an, wie es die meisten anderen bei mir auch taten.
Es war mal wieder ein völlig übernächtigter Spätsommertag, an dem man nach 6,5 Wochen Ferien mal wieder in der Schule auftauchte. Mich wunderte es, dass mir beim Überschlagen der vermutlichen Anforderungen nicht schummrig vor Aufregung wurde. Denn tatsächlich saß ich relativ relaxt mit den anderen aus der Stufe im Musikraum und lauschte dem Briefing unserer Hobby-Rektorin Frau Schwabenthan-Bracht.
Da ja jetzt alles ein Kurssystem war, fühlte sich das Schulleben als solches irgendwie anders an. Es kam mir persönlich so vor, als sei man jetzt noch etwas mehr selbstverantwortlich – vor allem merkte man diesen Vorgang daran, dass es den Lehrern nunmehr egal zu sein schien, ob man da war oder nicht. Allerdings kam es mir auch so vor, als nahmen uns nun die Lehrer umso mehr auch als „richtige“ Erwachsene wahr – und nicht mehr nur als vor Hormone strotzende Wilde. Das sah man oft an Diskussionen, die geführt wurden, die irgendwie auf ganz anderer Ebene stattfanden als sonst. Speziell die Diskussionen mit Frau Lüke oder Frau Strubel blieben mir in guter Erinnerung. Verstehen, was die Welt im Inneren zusammenhält – leicht gemacht!
Was für die meisten sicherlich erst mal hart war, war die Umstellung auf unsere teils relativ vollen Patchwork-Stundenpläne. Allerdings war der Gewöhnungseffekt relativ schnell gegeben. Man gewöhnte sich - oder zumindest ich - an die viele Arbeit. Ich persönlich halste mir sogar extrem viel auf, als ich mir in der 2. Hälfte des 12. Jahres alle 3 GFS antat und sogar noch ein Referat bei Frau John halten musste, bei dem ich merkte, dass eigenverantwortliches Handeln im Erstellen des Vortrags als Hochverrat zu werten sei(Frau John kontrollierte vorab den Vortrag nach Inhalt). Ich erinnere mich, wie der Kurs mir sagte, mein Vortrag sei 15 Punkte wert, mir Frau John aber, weil ein simples Beispiel, dass sie wollte, fehlte, 8 oder 9 gab.
Die Lehre daraus: Nonkonformistisches Verhalten ist nicht gut und „sapere aude“ war gestern. Und so beschloss ich [in diesem Fach] Politiker zu werden und mich an die Vorgaben beim nächsten Mal zu halten. Allerdings war das eben ihre Art, und das ist nun mal so gewesen und auch in Ordnung.
Da ich vermute, dass es nicht nur mich, sondern auch eventuelle Leser langweilen wird, wenn ich jedem meiner, unsrer Lehrer einen Paragraphen widme, lass ich es einfach bleiben.
Aus menschlicher Sicht habe ich eventuell eine andere Sicht als der Rest, vielleicht aber auch nicht. Ich denke, ich war - und das wurde in 12/13 eher besser – eher jemand, der, wenn die Klassengemeinschaft ein Kreis wäre, am Rand oder außerhalb dieses Kreises stand. Es tat daher eher gut, als sich unsere Schule mit dem Leibniz mischte, da ich so neue Bekanntschaften schließen konnte, die mir in der kurzen Zeit von 2 Jahren wesentlich wichtiger wurden als so mancher aus unseren eigenen Reihen. Stefan Wolf sei an dieser Stelle gegrüßt. Was vielleicht viele nicht verstanden oder wissen ist, dass ich aber irgendwie doch unsere Stufe lieb gewonnen habe. Manche sagten mir nach, dass, wenn mal einer eine Runde Amok an unsrer Schule läuft, ich das wohl sei. Da ich das aufgrund meiner inneren, gerade genannten, Einstellung aber nicht tun würde und weil die Schule zu klein ist, um nennenswerte Chancen auf einen neuen Highscore zu haben, sind wir mittlerweile bei meinem Humor angelangt. Meinen bitterschwarzen Galgenhumor konnte ich leider meist nicht ausleben. Klar, damit kann nicht jeder etwas anfangen, was auch verständlich ist – allerdings glaube ich, dass die, die es teilweise konnten, im selben Atemzug irgendwie doch Angst bekamen, sich wirklich auf mich einzulassen und dann teilweise doch wieder abblockten. Natürlich hatte ich auch meine Macken: Ich habe die unpraktische Neigung, in pfützengroße Fettnäpfchen zu treten, die mir gleich nach Betreten meist unheimlich leid taten. Ich erinnere mich dabei an ein blödes Ereignis in Physik, oder als ich Julian Wessely „auf meine Art“ in Deutsch versucht habe zu erklären, wer Gretchen sei, ohne zu merken, dass Frau Strubel vor mir stand...
Manche Leute äußerten sich interessanterweise über mich. Ceni sagte mir einmal, dass eventuelle Negativ-Reaktionen auf mich auch daher rührten, da man es, wenn ich teilweise Annäherungsversuche in der Stufe unternahm, es einfach nicht gewohnt war und diese daher öfters im Sande verliefen. Feline sagte einmal zu mir, ich bin kein Mensch, der immer für jeden ein Lächeln parat hat. Erstens das und zweitens halte ich nicht allzu viel von übertriebener und aufgesetzter Freundlichkeit, die ich in der Stufe auch teilweise beobachtet habe. Natürlich verstelle auch ich mich ab und zu, so wie es ja jeder macht, nur mache ich keinen Hehl daraus, dass es doch ein paar Leute in unserer Stufe gibt, denen ich nicht mal mit der Kneifzange das Salz reichen würde.
Doch will ich nicht nur meckern, es gab auch sehr positive Eindrücke mit Stufenmitgliedern. Eine Namensnennung derjenigen halte ich aber für fehl am Platz, da Murphys Gesetz will, dass mir nach Abgabe des Artikels mindestens zwei weitere Namen einfallen, die ich vergessen habe. In diesem Sinne bleibe ich einem schwäbischen Motto treu „Nix g’schwätzt isch g’nug gelobt“

  Euer Martin

28.5.09 21:06

Werbung


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Wuhu / Website (28.5.09 21:57)
Ahh, viel zu gut geschrieben das Ganze.
Immerhin hab ichs noch verstanden (meistens - was benutzt du auch lateinische Wörter).
Wird auch allmählich Zeit, dass wir ernstgenommen werden, die Lehrer die mich früher schon nich ernstgenommen haben tun das auch jetzt nich.
Allerdings sind das auch die vor denen ich am wenigsten Respekt hab, was sie ja früher teils mit Angst erreichen wollten.
Klassengemeinschaft ist überbewertet. Hab ich auch nie wirklich eine feststellen können. Freunde sind dann doch was anderes (kann ma natürlich auch in seiner Klasse finden).
Schwarzen Humor finden viele verletztend. Gerade Witze über Amokläufe können viele nich vertragen weil sie das als entwertend für die Opfer empfinden oder einfach nicht damit konfrontiert werden wollen. Vorallem da ja einer in der Nähe passiert ist, da denk ich haben viele nicht die Kraft darüber Witze zu machen oder können nicht so einfach zwischen Witz und Realität "hin und her schlalten" sag ich mal.
Aber bei Horror-Filmen is schwarzer Humor toll ^^.

Jop viel Spaß außerhalb der Schule. Wird später eh kaum einen interresieren xD. Mal schaun an was man sich so in 5 Jahren erinnert.

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen