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Die selbe Person

„Oh, wie ich dieses verdammte Mistwetter hasse“, dachte er sich. Er war gerade unterwegs zu seinem Nebenjob und hatte nicht gerade die beste Laune. Im Prinzip lässt er sich vom Wetter die Laune nicht verderben und auch ansonsten hatte er eigentlich alles...

...Genau wie sie, die gerade auch zur Arbeit ging. Sie war auch nicht allzu sehr über das Wetter begeistert und war in Gedanken versunken über ihre Erfahrungen mit irgendwelchen Jungs die sie hatte. Sie war zwar erst 17, aber eigentlich hatte sie schon die Nase voll. In der Regel lief es immer so ab, dass sie von den Jungs mit den sie sich einließ, schlecht behandelt wurde. Sie war schon selbstironisch geworden. Absolut selbstironisch...

...wie er, der auch immer Pech in dieser Hinsicht hatte. Er war es so gewohnt, dass es nicht länger wie drei bis fünf Treffen dauerte bis alles zusammen brach, weil ihm seine „potenzielle“ Freundinnen spätestens dann die kalte Schulter gezeigt hatten. Es war so, als sei er dazu verdammt mit seinen 18 Jahren auch weiterhin allein zu sein. Seine Altersgenossen haben alle schon irgendwelche Erfahrungen gehabt, sind in Beziehungen, oder etwas in der Art. Doch er, er hatte nicht wirklich etwas und fühlte sich deshalb allein. Wenn die Einsamkeit in dieser Hinsicht besonderst drückte, wünschte er sich am liebsten eine Umarmung.

„Ach verdammt, ich fühl mich so einsam. Ich hab zwar alles, eine Arbeit, die ich als Nebenjob ausführe während der Schule und auch sonst irgendwie ein recht schönes Leben. Ich hab also für mein Alter gut Geld, Freunde alles, doch bei diesem verdammten Wetter werde ich mal wieder daran erinnert wie schön es doch sein könnte, bei einem lieben Jungen zu sein, der einen in Arm nimmt und auf einen wartet. Naja, aber lieb und für einen da sein, und zusätzlich auch noch auf einen wartend und freuend? Das gibt es zumindest in Verbindung mit einem netten Jungen nicht. Oder für mich zumindest nicht, ist mir auch egal, was soll’s.“, dachte sie sich und lief die Sehdlerstraße vom oberen Teil in Richtung U-Bahn entlang.

Er war mittlerweile am unteren Teil der Sehdlerstraße angekommen und lief in Richtung U-Bahn. Er war ebenfalls in Gedanken versunken und dachte nach. „Ach, dieser ganze Mädchenkram. Pah! Was soll’s. Wenn ich von den Mädchen, mit denen ich zu tun hatte, alle psychischen Störungen in einen Topf packen würde und diese an einen Psychologen geben täte, dann wäre der vermutlich die nächsten Jahre beschäftigt. Naja, der hätte dann vielleicht Spaß daran, aber ich kann so etwas nicht mehr ertragen. Hat keinen Sinn, sollte keine Gedanken mehr daran verschwenden ob das Schicksal, oder was auch immer irgendetwas für mich vorgesehen hat. Ein Mädchen, ohne irgendwelche Störungen, Vertrauensbrüche, oder eines, dass dann auch mal etwas für mich tun würde. Da kann ich lange warten und ehrlich gesagt ist es mir auch egal. Ich mach’ nichts mehr in dieser Hinsicht. Ist ohnehin immer das gleiche. Egal wie man sich dreht, der Arsch ist und bleibt immer hinten. Ich sollte mich auf meine Schule konzentrieren, auf meine Arbeit und dieses Kapitel in Ruhe lassen wenn nun mal doch nichts gutes dabei rum kommt, oder zumindest bei mir nicht.“

Sie war mittlerweile am Bahnsteig angekommen und wartete auf die U-Bahn. Schon sah sie ihn wie er auch gerade die Treppen am Bahnsteig hochkam und dachte sich: „Hm, also irgendwie gefällt...“

„...sie mir“, dachte er sich, als er dann oben stand. Nachdem er noch einen Blick riskierte, sagte er zu sich: „Ach was, Zeitverschwendung. Könnte ja hingehen und mir irgendetwas einfallen lassen um vielleicht mit..“

„...ihm ins Gespräch zu kommen.“, dachte sie sich, als sie auch noch einen weiteren Blick riskiert hatte. Die Bahn auf die beide warteten stand schon an der Vorhaltestelle und beide bereiteten sich darauf vor das es jetzt gleich losgehen sollte. Sie sagte sich: „Ach, egal. Der würde mich ohnehin nur komisch angucken und mich bestenfalls ignorieren...“

„... und vielleicht sogar auslachen was das denn bitte soll. Abgesehen davon, dass es immer das gleiche sein wird, muss ich mir nicht auch noch eine Blamage antun.“, dachte er sich, als er dabei war in die nun angekommene Bahn einzusteigen.

6.9.07 23:51, kommentieren



Lass es

Lass die Finger davon
Es ist nicht gut für dich
Lass es bleiben
Es bricht dir dein Genick

Schau erst gar nicht hin
Rede kein Wort
Verweile nicht dort
Geh weg kleines Kind

Fang nicht wieder an
Versuchs erst gar nicht
Es zieht dich in seinen Bann
Dein Gehirn ist so dicht

Bleib einfach alleine
Lass die Finger davon
Verschwende deine Gefühle nicht
Denn sonst bricht dir dein Genick

8.9.07 02:49, kommentieren

Existenz

Vertrieben, verlierend, zerhackt, vertrackt
Verloren im Garten verschwendeter Worte
Stumme Schreie vernebeln die Sinne
Oh Herr, sag mir, wo bin ich?

Zerschunden, verschwunden, vernichtet
Findet schnell einen, der mich errettet
Ich verliere den Boden unter den Füßen
Oh sagt mir doch, wo bin ich?

Zerschlagen, am Boden, völlig allein
Die Einsamkeit, kein bloßer Schein
Ein Leben geht zu Ende
Mir ist egal wo ich bin.

3 Kommentare 18.9.07 00:06, kommentieren