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Einsamkeit

Einsam sitzt du da
Einsam Tag für Tag
Denn du willst alleine sein
Sie alle ließen dich allein

Sie ließen dich allein
Bekomm's in deinen Schädel rein!

Hast angefangen nicht mehr zu reden
Immer weniger auf andere zu geben
Sieh, so einfach kann es sein
Weichst so dem Schmerz aus
Aber lässt dich selbst dabei allein

Klein und wackelig steht dein Herz
Hatte genug von seinem Schmerz
Es wollte schon aufhören zu schlagen
Doch du wolltest lieber winzig leben
So ist dein Herz dir kalt geworden
Und bist selbst gleich miterfroren

"Wieso bist du so einsam?
Wieso so unempfindsam?
Wieso bist du so geworden?"

"Ich hatte Angst davor mich euch zu offenbaren
Mein Herz, mein Denken und mein Thron aus Eis
Vertrauen, Menschen, Liebe sind mir viel zu heiß

So hab ich vorgesorgt!

Denn wenns ans sterben geht
Wenn dein Sarg vor deinen Liebsten steht
Dann wirst du auch bitterst einsam sein
Tagtäglich liege ich im Sarg
Tagtäglich übe ich für ihn
Denn ich bin schon jetzt allein."

1 Kommentar 9.8.07 15:17, kommentieren



Das Gespräch

Er saß in einem durch die Abenddämmerung leicht verdunkeltem Zimmer mitten in der Innenstadt. Der Boden war aus braunem, leicht matten Holz und um ihn herum standen die Möbel der Wohnzimmer Einrichtung. Wenn er sich umblickte sah er hinter sich einige Glassplitter, aber das störte ja nicht, denn das Wohnzimmer war mit seinem etwas altmodischem Mobiliar sehr gemütlich und so konnte man über diese kleine Unordentlichkeit hinwegsehen. Er wollte nämlich eine alte Bekannte besuchen um mit ihr zu sprechen. Beide waren mitten im Wohnzimmer. Er selber war in der Hocke direkt vor ihr auf dem Holzboden. Seiner alten Bekannten hatte er einige Dinge zu erzählen, deshalb war er gekommen. So fing er an: ,, Hallo Celine, lang ist es her seit wir uns gesehen haben. Es ist nur so, dass.. dass ich dich damals als Mensch kennen gelernt habe, in den ich mich gleich am Anfang verliebt habe. Du kamst damit natürlich nicht klar, du hattest schwere Probleme mit dir selber und warst depressiv. Hattest eine furchtbare Kindheit, dein Wesen wurde zerstört. Deshalb konntest du nicht verstehen und damit umgehen, dass ich dich wirklich liebte. Frag’ mich nicht warum, es war einfach so. Das menschliche Gehirn ist komisch. Schüttet einen Haufen Hormone aus, verlangt nach Zuneigung und redet dir zusätzlich noch ein, dass ein bestimmter Mensch etwas besonderes für dich ist. Ich konnte mich nun mal nicht dagegen wehren, war nun mal so. Jedenfalls, wenn ich einen Menschen zu lieben scheine, was das erste mal in einer solchen direkten Form der Fall war. Dann möchte ich mit diesem Menschen viel Zeit verbringen. Verstehst du, erinnerst du dich an das was ich gemacht habe?...“

Keine Antwort. „...Jedenfalls, wie du weißt, wenn du es nicht vergessen hast, hab’ ich dich aus diesem Grund so ungefähr alle zwei Tage angerufen um diesem Bedürfnis entgegen zu kommen. Scheinbar war dir das ja zu viel. Aber ich konnte mich nicht bremsen, leider keine Rücksicht nehmen, Celine. Ich wusste es nicht besser, war zwar unsicher ob ich nicht doch nerve, aber es war ja scheinbar okay für dich. Scheinbar jedenfalls. Verstehst?“

Ein schwacher Seufzer kam ihm als Antwort entgegen. Nichts was er hätte sinnvoll verwenden können um mit ihr über die vergangen Dinge reden zu können. „Du hast einfach nichts gesagt, ich hab dich so sehr geliebt, einfach so, ohne Kompromisse und Gedankenkrieg. Einfach geliebt. Du hättest mir wenigstens sagen können was falsch lief, was ich hätte besser machen können, oder dass du mir einfach nur begründet hättest wieso ich dich in Ruhe lassen soll. Wieso musstest du mir so weh tun indem du mich ignoriert hast. Ich wollte dir nur das beste. Warum verdammt?! Warum ?! Ich bin hier, weil ich dich in den ganzen Monaten die vergingen einfach nicht vergessen konnte. Hatte zwar Ablenkung, was Mädchen angeht, da ich nach anderen gesucht habe, da ich durch dich auf den Geschmack gekommen bin, aber von Zeit zu Zeit warst du immer wieder in meinem Kopf präsent. Wieso hast du mich ignoriert? WIESO? UND WAS IST JETZT?“

Diese zwei kurzen Fragen schrie er ihr mit tränenden Augen und verzweifeltem Ton ins Gesicht. Sie saß in Augenhöhe, an den schönen altmodischen, matt gelben Sessel gelehnt, vor ihm auf dem Boden. Das einzigste was sie tat, war, dass sie langsam den Blick von ihm abwandte und auf den Boden links von ihr schaute. Ihn schien das jedenfalls trotz allem nicht zu stören und so machte er weiter. „Celine, ich habe mich naiv und unkorrekt verhalten damals. Hätte ich mich damals korrekt verhalten, von Anfang jeden Handgriff richtig gemacht, wäre vielleicht alles gut gegangen. Als ich dir meine Liebe gestand, hätte ich dabei bleiben sollen und hätte es nicht wieder zurücknehmen sollen aus Angst dich deshalb zu verlieren. Du hast dich mir gegenüber durch deine sehr liebevolle Art das Problem mit mir zu lösen indem du mich einfach ignorierst, allerdings auch nicht gut verhalten. Aber das ist jetzt passiert und auch jetzt nicht mehr zu verzeihen, meine Celine. Meine Celine, ich hätte damals sogar für dich getötet und heute hast du gesehen, dass ich es kann.“

Er stand auf, wandte sich von dem stark aus Mund und Bauch blutenden Körper ab und verließ den Raum. An der Haustür beobachtete er noch kurz die Umgebung durch das eingeschlagene Fenster durch dieses er die Wohnungstür von außen öffnen konnte als er herein kam. „Meine Celine, wir werden uns bald wieder sehen. Ich weiß nur noch nicht genau wo, und wie es dort Aussehen wird.“

 

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